Im ersten Teil ging es um meinen Profiltext: eine kurze Beschreibung dessen, was ich bereits weiß, und davon, wie ich Antworten haben möchte. Diesen Text nehme ich mit, wenn ich den Anbieter wechsle.
Was darin fehlt, ist der Stand meiner Projekte. Welche Annahmen haben wir geprüft? Welche Entscheidungen sind gefallen? Was ist noch offen? Diese Informationen liegen nicht in meinem Profil, sondern in den jeweiligen Gesprächen. Genau dort entsteht das Problem beim Modellwechsel.
Für diese Informationen nutze ich einen eigenen Speicher. Ich stelle ihn über einen MCP-Server bereit und verbinde damit die KI-Systeme, die darauf zugreifen dürfen. So kann ich ausgewählte Ergebnisse über verschiedene Anbieter hinweg weiterverwenden. Automatisch funktioniert das noch nicht. Einiges an Handarbeit bleibt.
Bei einer Marktanalyse habe ich zunächst mit einem Anbieter gearbeitet, den ich vor allem wegen seines großen Kontextfensters ausgewählt hatte. Dort habe ich Daten strukturiert, erste Hypothesen entwickelt und eine Gliederung erarbeitet.
Für die vertiefte Analyse wollte ich anschließend ein anderes Modell verwenden. Es war für diese Aufgabe günstiger. Die neue Sitzung sollte aber nicht bei null anfangen. Sie sollte auf dem Stand aufbauen, den ich im ersten Chat erarbeitet hatte.
Deshalb habe ich die relevanten Ergebnisse aus dem ersten Gespräch in meinen eigenen Speicher übernommen: die bisherige Gliederung, die aufgestellten Hypothesen, die getroffenen Entscheidungen und die offenen Fragen.
Beim zweiten Anbieter habe ich diese Notizen wieder herangezogen. Ich musste die Gliederung nicht aus einem langen Chatverlauf zusammensuchen und dem neuen Modell nicht erst erklären, worum es überhaupt ging. Das neue System konnte direkt an den dokumentierten Punkten weiterarbeiten.
Wichtig ist dabei: Ich habe nicht die gesamte erste Sitzung kopiert. Die Notizen waren ein Arbeitsstand. Sie enthielten weder den vollständigen Chat noch die zugrunde liegenden Rohdaten. Wer die Rohdaten braucht, muss weiterhin dorthin gehen, wo sie liegen.
Den MCP-Server betreibe ich in meinem eigenen Netzwerk. Über ihn mache ich die gespeicherten Informationen für die KI-Systeme verfügbar, die ich damit verbunden habe. Wenn ich den Anbieter wechsle, kann das neue System dieselben Projektnotizen abrufen. Ich muss nicht für jeden Anbieter eine eigene Fassung pflegen.
Das bedeutet nicht, dass meine Chats automatisch zusammengeführt werden. Ich entscheide weiterhin selbst, welche Ergebnisse ich übernehme und wann ich sie aktualisiere. Der MCP-Server macht die Informationen verfügbar. Die Auswahl und Pflege bleiben meine Arbeit.
Für mich liegt darin der Unterschied zum bloßen Kopieren zwischen zwei Chats: Ich halte relevante Ergebnisse an einem eigenen Ort fest. Später kann ich darauf zurückgreifen, ohne den ursprünglichen Chat wieder öffnen zu müssen.
Den Ansatz habe ich auch bei einem Projekt genutzt, an dem ich über mehrere Wochen gearbeitet habe. Dabei kamen unterschiedliche Anbieter zum Einsatz, sowohl Cloud-Modelle als auch lokale Modelle.
Nach einer ersten Analyse habe ich die Ergebnisse in den Speicher übernommen. In einer späteren Sitzung konnte ein anderes System diese Notizen abrufen und an den dokumentierten Fragen weiterarbeiten. Auch beim Wechsel zu einem lokalen Modell habe ich denselben Speicher verwendet.
Das hat mir geholfen, die Arbeit über mehrere Sitzungen hinweg fortzusetzen. Ich musste den bisherigen Stand nicht jedes Mal aus alten Chats rekonstruieren. Die Voraussetzung war allerdings, dass ich ihn vorher festgehalten hatte. Was nur im ursprünglichen Gespräch stand, fehlte beim nächsten System weiterhin.
Das Übernehmen der Ergebnisse kostet Zeit. Ich muss entscheiden, was später noch wichtig sein wird. Und ich muss es so festhalten, dass ich damit tatsächlich weiterarbeiten kann.
Unter Zeitdruck mache ich das nicht immer gründlich genug. Dann übernehme ich nur die Punkte, die mir unmittelbar notwendig erscheinen. Andere Überlegungen bleiben im alten Chat liegen und fehlen möglicherweise in einer späteren Sitzung.
Auch die Notizen selbst brauchen Pflege. Ein Eintrag kann überholt sein. Eine offene Frage kann inzwischen beantwortet sein. Wenn ich das nicht aktualisiere, entspricht der gespeicherte Stand nicht mehr meiner aktuellen Arbeit.
Ich übernehme deshalb nicht jeden Chat vollständig. Mein Speicher enthält eine Auswahl von Ergebnissen, Entscheidungen und offenen Fragen. Wie brauchbar diese Auswahl ist, zeigt sich erst beim Weiterarbeiten.
Mit dem eigenen Speicher kann ich ausgewählte Projektergebnisse über mehrere KI-Systeme hinweg weiterverwenden. Das funktioniert bisher, ohne dass ich mich für die gesamte Arbeit auf einen Anbieter festlegen muss.
Eine lückenlose Übergabe ist das nicht. Ich muss die Informationen auswählen, dokumentieren und aktuell halten. Der MCP-Server nimmt mir diese Arbeit nicht ab.
Mein Profiltext erklärt einer neuen KI, wie ich arbeiten möchte. Die Projektnotizen geben ihr den Stand mit, den ich bereits erarbeitet habe. Beides kann ich wiederverwenden, wenn ich das Modell wechsle.
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