In den letzten Tagen sind auf AInsicht.de ziemlich viele Artikel erschienen. Kein Wunder, dass die Frage auftaucht: Hat der Blog eine Pipeline, die Artikel erstellt und automatisch veröffentlicht?
Nein.
Technisch wäre das sicher möglich. Ein Agent könnte aus Notizen einen Entwurf machen, ein anderes Modell ihn prüfen, ein Skript Metadaten und interne Links ergänzen, und ein Scheduler würde den Beitrag irgendwann veröffentlichen. Solche Pipelines kann man bauen. Ich baue selbst gern an solchen Dingen.
Aber genau das mache ich hier nicht.
Warum trotzdem so viele Artikel erscheinen
Der Blog ist noch jung. Gleichzeitig habe ich in den letzten Wochen und Monaten eine Menge ausprobiert: lokale Modelle, MCP, Wissensspeicher, Modellwechsel, ein Romanexperiment, Open-Weight-Modelle und ein paar Ideen, die erst einmal im Notizordner gelandet sind.
Daraus entsteht kein Artikel automatisch. Aber es entsteht ein Backlog.
Manche Experimente sind schon etwas älter. Manche Notizen warten darauf, zu einem brauchbaren Text zu werden. Und manche Themen haben sich erst nach ein paar Tagen als interessant genug erwiesen, um sie auszuschreiben.
Wenn dann mehrere dieser Texte fertig werden, können sie in kurzen Abständen erscheinen. Das sieht nach Automatisierung aus. Es ist aber vor allem Vorrat.
Was eine Pipeline leisten könnte
Eine Artikelpipeline könnte vieles übernehmen: aus einer Notiz einen Entwurf machen, den Text gegen frühere Artikel prüfen, Formulierungen glätten, ein Titelbild erzeugen, Metadata setzen und den Beitrag zeitgesteuert veröffentlichen.
Das wäre technisch kein großes Problem.
Die spannendere Frage ist eine andere: Soll der Blog das?
Für mich lautet die Antwort derzeit: Nicht für die Artikel selbst.
Warum ich das nicht automatisiere
Meine Artikel basieren auf Experimenten. Ich habe etwas ausprobiert, bin über eine Grenze gestoßen, habe eine Annahme verworfen oder ein Ergebnis bekommen, das anders aussah als erwartet.
Genau dieser Anteil ist für mich der Grund, überhaupt zu schreiben.
Eine Pipeline könnte daraus sicher Text machen. Aber sie würde die Entscheidung ersetzen, welche Erfahrung überhaupt erzählenswert ist. Und genau diese Entscheidung möchte ich nicht abgeben.
Es geht mir nicht darum, möglichst viele Beiträge zu produzieren. Es geht mir darum, dass hinter jedem Beitrag eine echte Beschäftigung mit dem Thema steckt: ein Test, ein Fehlschlag, eine Überraschung oder zumindest eine eigene Einordnung.
Wenn eine Pipeline das übernimmt, entstehen schnell Texte, die nach Inhalt aussehen, aber keine Erfahrung enthalten. Genau das möchte ich vermeiden.
Was ich trotzdem automatisiere
Automatisierung ist nicht das Problem. Sie beginnt für mich erst nach dem Schreiben.
Ein zeitgesteuertes Veröffentlichen ist sinnvoll. Ein einheitliches Build und Deploy ebenso. Auch Vorschauen, Metadaten und technische Checks gehören für mich in einen automatisierten Ablauf.
Aber der Inhalt entsteht vorher. Aus einem Experiment, einer Notiz oder einer Frage, bei der ich selbst nicht weiterweiß.
Der Backlog macht es möglich, Beiträge auf Vorrat zu schreiben. Der Scheduler sorgt dafür, dass sie nicht alle am selben Tag erscheinen. Eine Pipeline, falls ich sie irgendwann baue, würde den Rest übernehmen.
Die ehrliche Grenze
Vielleicht baue ich irgendwann doch eine Pipeline, die aus meinen Notizen Entwürfe macht. Vielleicht nutze ich sie, um alte Experimente aufzuarbeiten oder Ideen schneller zu strukturieren.
Aber sie würde nicht entscheiden, was auf AInsicht.de erscheint.
Dafür bleibt die Regel einfach: Ein Artikel entsteht erst dann, wenn ich weiß, was ich tatsächlich ausprobiert habe und was dabei herausgekommen ist.
Solange genug davon im Backlog liegt, sieht der Blog produktiver aus, als er eigentlich ist.
Das ist keine Automatisierung. Das ist nur ein Vorrat.